wändern projekt /

Radwandern – Basel, Elsässische Weinstraße, Strasbourg

Ab Basel durch die Elsässische Weinstraße bis Strasbourg /
 5 Tage / 227 km / 01. – 05.10.2018

Ein spontaner Wochenurlaub vor der Haustüre

Meine erste längere Radwanderung führt mich und Stephanie von Basel über die Elsässische Weinstraße bis nach Strasbourg. damit wir mit dem BaWü-Ticket fahren konnten, haben wir bis Offenburg verlängert. Besonders gefallen hat uns die schnelle An- und Abreise ab Lindau mit der Bahn. Die Fahrzeit gebe ich hier inklusive der Pausen an.

 

1. Tag: Basel – Mulhouse / 5 h / 40 km  

Basel liegt grau und ungemütlich vor uns, als wir aus dem Zug steigen. Mit voller Montur bei 9 Grad Außentemperatur, fahren wir bereits nach 100 m in die erste größere Baustelle und schon ist meine GPX-Datei überholt. Nach ein paar Verirrungen etwas Zeitverlust landen wir im Rheinpark, wo wir uns erstmal aufwärmen und für die Fahrt verpflegen. Nach er Rheinüberquerung fahren lange an einem schönen Kanal Richtung Mulhouse. Bis eine Brücke gesperrt ist und wir schreiben wieder Zusatzkilometer beim zurückfahren bis zum letzten Dorf. Kurz vor der Dämmerung kommen wir in unserer Unterkunft in Mulhouse an. Morgen soll das Wetter besser werden.

 

2. Tag: Mulhouse – Osenbach / 7 h / 48 km  

Vom bewölkten Mulhouse geht es auf dem 5er Radweg nun von Dorf zu Dorf Richtung Guebviller. Dabei verfahren wir uns wieder und schlängeln uns mühsam durch bis Guebviller. Leider hat alles zu, außer einem Carrefour und einem Café mit ätzender Auswahl an 80er Musik. Nach einem Kaffee fahren wir deshalb schnell weiter in Richtung unseres Tageszieles Osenbach. Je höher wir kommen, desto schöner werden die Örtchen. Osenbach liegt auf 405 Metern ü.M. und wir erreichen unser Ziel, den Campingplatz, müde und ausgepowert. Es stellt sich raus, dass wir den 4 km Aufstieg wieder runter müssen ins Restaurant, und nach dem Essen natürlich wieder rauf! Wir haben es uns deshalb besonders schmecken lassen und waren froh über unsere Akkuleuchten.

 

3. Tag: Osenheim – Ribeauville / 7 h / 42 km  


Pünktlich um 8 Uhr stellt Raphael, der sportliche Betreiber des Campings, das Frühstückstablett vor die Hütte. Da wir schon auf sind, sehen wir ihn noch mit dem MTB wieder zu Haupthaus fahren. Wie hat er das nur mit dem Rad bewerkstelligt? 

Nach dem Frühstück geht es erstmal steil bergauf auf einem Wanderweg, später auf einer grobschottrigen Waldstraße, die uns zu einer langen Abfahrt auf einem kleinen Sträßchen, wieder hinab zur Weinstraße nach Gueberschwihr führt. Dann wieder weiter auf Radweg 5 im Zickzackkurs durch die menschenleeren Dörfer Richtung Ribeauville. In der ersten offenen Bäckerei und trinken wir einen Kaffee auf einer Bank am Brunnen. Ein älterer Elsässer holt wasser aus dem Brunnen und gießt es über sein Auto. Dann schrubbt er die Felgen mit einem Lappen. Wir fahren weiter.

Glückstag, pünktlich um 12 Uhr treffen wir auf ein herrliches Gasthaus an einem schönen Platz gelegen in Kientzheim. Hier setzen wir uns unter einen Baum und genießen erstmals ein Mittagessen bei angenehm sonnigen Temperaturen. Und auch das Essen und der Kaffee sind sehr gut! Kurz hinter Kientzheim geht es dann auf stark befahrener Straße weiter durch die Dörfer und wir suchen uns immer wieder parallele Wege in den Weinhängen. Und so kommen wir in Ribeauville direkt bei unserem Übernachtungsort, einem Weingut, herunter.

 

4. Tag: Ribeauville – Mutzig / 7 h / 58 km 

Ohne Frühstück gehts los Richtung Ortsausgang, wo sich ein Supermarkt befinden soll, leider Fehlanzeige! Dafür fahren wir auf herrlichen Wegen Richtung Norden und kommen sehr gut voran. Der Radweg führt uns dann nach Sélestat hinein und hier machen wir dann Frühstückspause an einem Supermarkt. Gestärkt fahren wir weiter.Heute fahren wir vorausschauender und meiden die touristischen Zickzacklinien des RW5 und suchen und geradere Strecken. So gelangen wir zügig nach Mutzig ins Hotel und haben viel Zeit zum Ausruhen und gemütlich essen gehen.

 

5. Tag: Mutzig – Offenburg / 6 h / 54 km 

 

Auf bekannter Strecke gehts ein Stück zurück Richtung Molsheim. Hier halten wir wieder öfters an, um den Richtigen Weg zu finden. Dann sind wir auf der Strecke und biegen schon bald in den malerischen Kanalweg ein, der bis in die Stadt hinein nach Strasbourg führt. Wie aus einer anderen Zeit gelangen wir dann zusehens zurück ins städtische Geschehen und fahren immer am Ufer der Kanäle, leider viel zu schnell hindurch, bis zum Abzweig nach Kehl. Nach einer Essenspause gehts wieder über den Rhein in die deutsche badische Provinz nach Offenburg. Wir kommen eine Stunde früher an, als geplant und steigen nach einem Milchkaffee entspannt in den Zug Richtung Lindau. 

 

Fazit: Mit wenig Vorbereitung und kurzfristig gebuchten Unterkünften haben wir eine reibungslose und trotzdem abenteuerliche Urlaubswoche erlebt. Für das nächste mal werde ich mir wohl zwei Rahmentaschen zulegen. Eine für Fahrradkram und Smartphone-Tasche für das bessere Navigieren während der Fahrt, eine weitere, um das Rucksackgewicht zu minimieren. Denn nach 5 Tagen war mein Gesäß doch schon ordentlich aufgescheuert, trotz Radlerhose. Ich denke, dann macht das Radwandern noch mehr Spaß!